Bequem
und sicher?
1967 wurde in London der erste Geldautomat in Betrieb genommen – eine Erfindung des heute 82-jährigen Briten John Shepherd-Barron.
Die deutschen Kreditinstitute betreiben zur Zeit ca. 57.000 Geldautomaten, europaweit sind ca.400.000 Geldautomaten installiert.
Geldautomaten müssen vom Zentralen Kreditausschuss genehmigt sein.
Zentrale gebührenfreie Sperrnummer 116 116
Aus dem Ausland: +049 116 116
Im Jahr 2008 gab es laut polizeilicher Kriminalstatistik 10.124 Fälle von Ausspähen, Abfangen von Daten einschl. Vorbereitungshandlungen gemäß §§ 202a, 202b, 202c StGB. (Vorjahr: 4.829). Der Anstieg resultiert überwiegend aus Fällen von „Ausspähen von PIN“ an Geldausgabeautomaten
Im Jahr 2008 kam es in Deutschland zu einem massiven Anstieg der Manipulationen von Geldautomaten. 809 verschiedene Geldautomaten waren das Ziel von Manipulationen. Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung von 77% (2007: 459 Automaten)
Der bereits in den letzten Jahren festgestellte Trend, wonach einzelne Geldautomaten dabei mehrfach attackiert werden, hat sich auch im Jahr 2008 fortgesetzt. So kam es im abgelaufenen Jahr 2008 im Inland zu insgesamt rund 2.400 Angriffen auf Geldautomaten (2007: 1.349). Schwerpunkte der Geldautomaten-Manipulationen liegen in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern.
Bei den Tätern handele es sich um gut organisierte Banden, die europaweit zusammenarbeiten: Ausspähen in Deutschland, Abheben mittels kopierter Karten im Ausland, oft Rumänien. Denn an Deutschen Automaten gibt’s kein Geld mit kopierten Karten.
Im Jahr 2008 hat die ENISA, die Europäische Agentur für Netz- und Informationssicherheit, in Europa 10.302 nachgewiesene Skimming-Vorfälle festgestellt
Bis August 2009 wurden bundesweit mehr als 600 Automaten manipuliert.
Wie das LKA Hannover am 30.12.09 berichtet, kommen die Täter zumeist aus Südosteuropa und hätten es in der Regel auf die großen Filialnetze der Kreditinstitute abgesehen. In jedem zweiten Fall landesweit ebenso wie im übrigen Bundesgebiet seien Geldausgabeautomaten der Deutschen Bank angegriffen worden.
Von einer regelrechten Serie von Übergriffen seien 2009 landes- und bundesweit zudem Filialen der Commerz- und der Postbank betroffen gewesen.
Ab Ende 2010 sollen alle Karten mit Magnetstreifen durch solche mit einem EMV-Chip ersetzt werden. Diesen Chip kann man nicht wie einen Magnetstreifen kopieren. Die Betrüger werden dann wohl andere Methoden einsetzen.
Ab November 2010 gibt es den neuen elektronischen Personalausweis. Damit könnte man Geld am Automaten mit dem elektronischen Personalausweis und der sechsstelligen PIN-Nummer bekommen. Das würde die EC-Karte überflüssig machen. Zunächst wird diese Funktion aber noch nicht genutzt.
Nach Meinung der Verbraucherschützer tun die Banken zu wenig, um ihre Kunden zu schützen Jetzt hat sich die Politik der Sache angenommen: Die Innenminister haben auf der Herbstkonferenz 2008 die Banken aufgefordert, intensiver gegen den Missbrauch der Daten zu kämpfen.
Besonders gefährdet sind Bankautomaten, die direkt an öffentlichen Straßen installiert sind und nicht im Vorraum eines Bankgebäudes stehen. Die Polizei warnt auch besonders vor Geldautomaten, die nicht videoüberwacht sind, z.B. die meisten Automaten der Postbank.
Die Betrüger agieren vornehmlich außerhalb der Geschäftszeiten und am Wochenende, da dort die Wahrscheinlichkeit gering ist, bei der Verwendung der Skimming-Geräte vom Fachpersonal ertappt zu werden.
Seit Geldautomaten vermehrt mit Antiskimming-Vorrichtungen ausgerüstet wurden, tauschen die Täter nun vermehrt die Türöffner zum Bankeingang aus. Der manipulierte Türöffner liest die Kartendaten aus, eine Minikamera zeichnet die PIN-Eingabe auf. Viele Banken haben deshalb die Türöffner am Bankeingang abgebaut.
Inzwischen haben die Täter das Ausspähen der PIN mit einer Minikamera nicht mehr nötig. Sie bauen einfach eine falsche Tastatur ein, welche die Ziffernfolge der PIN speichert. Wie soll man sich da schützen?
Bei vielen Banken stehen Kontoauszugsdriucker, mit denen man auch Buchungen vornehmen kann.
In Rösrath wurde im Novemer 2009 ein aufgestecktes Teil an der Einschubleiste entdeckt. Da an diesem Automaten der Kunde seine PIN-Nummer eingeben muss, sobald er eine Buchung tätigen möchte, wird davon ausgegangen, dass mit diesem Gerät die Nummer ausgespäht werden sollte.
Im Ausland wurden im Jahr 2008 insgesamt 514 (2007: 332) Geldautomaten und/oder POS-Terminals (Zahlungskarten-Lesegeräte) festgestellt, an denen deutsche Kartendaten abgegriffen worden waren.
Europäische Schwerpunktländer für den Einsatz gefälschter Debitkarten mit deutschen Kartendaten waren Italien, Rumänien, die Niederlande, Frankreich und die Türkei. In diesen fünf Ländern wurden ca. 75% aller gefälschten Debitkarten eingesetzt. Außerhalb Europas kamen die Karten vorwiegend in Südafrika, Brasilien, Marokko, den USA sowie Namibia zur Anwendung - ca. 9% aller Einsätze.
Rumänen hatten an Bahnhöfen in den Niederlanden an Fahrkartenautomaten Kameras und Karten-Lesegeräte installiert. Kunden, die statt am Schalter direkt am Automaten mit ihrer EC-Karte ihr Ticket kauften, ahnten nicht, dass ihre Pin-Nummer und Bankdaten dank der eingesetzten Technik problemlos kopiert wurden. Anschließend wurden die Daten bei einem befreundeten Mittäter in Kerpen mit einer speziellen Software am Laptop auf Blanko-Magnetkarten übertragen. Im Fachjargon wird diese Methode "Skimming" genannt. Der Weg nach Deutschland war nötig, da die Manipulation - also das Ausspähen und das anschließende Übertragen - nicht in ein und demselben Land funktionieren.
Vermehrt werden auch Point of Sales- Terminals (Kredit- und EC-Kartenterminals in Kaufhäusern, Baumärkten, Tankstellen usw.) angegriffen. Hier werden die Kartenlesegeräte zur illegalen Datenabschöpfung manipuliert bzw. ein zusätzliches Lesegerät wird eingesetzt.