gegen Trickdiebe und Trickbetrüger

W ir kaufen und unterschreiben nichts an der Haustür.

Wir haben an der Haustür ein Telefon/Handy in greifbarer Nähe.

Wir lassen keine Fremden in die Wohnung

Wir geben kein Geld an Personen, an die wir uns nicht erinnern können.

Wir sagen niemand unsere Kontonummer und Geheimzahl.

Wir sichern unsere Wohnungstür.

Trickbetrüger können uns mal!

Senioren sind alt, aber nicht doof

Tricks durchschauen und selbstbewusst "Nein" sagen

Senioren haben Lebenserfahrung. Sie können sich behaupten und zur Wehr setzen.

Warum werden so gern Senioren als Opfer ausersehen?

Sie leben oft allein, freuen sich über Gespräche und Abwechslung. Aufgrund ihres Lebensalters und/oder einer Erkrankung sind sie schlichtweg überfordert, den Tätern gegenüber energisch aufzutreten oder das abgegebene Preisangebot im Hinblick auf die erbrachte Leistung realistisch zu beurteilen. Wenn man körperlich nicht mehr so fit wie früher, kann die Selbstsicherheit leiden. Die Täter halten Senioren für weltfremd, hilflos, ängstlich und vergesslich. Und Trickbetrüger können gut schauspielern. Sie gehen davon aus, dass die Kritikfähigkeit im Alter nachlässt.

Welche Senioren werden bevorzugt Opfer?

Das ideale Opfer lebt allein, ist vertrauensvoll, hilfsbereit, vergesslich, kann schlecht sehen und deshalb kaum eine brauchbare Täterbeschreibung abgeben. Herkunft und Schulbildung der Opfer spielen dabei keine Rolle.

Überraschungseffekt

Betrüger nutzen das Vertrauen Ihrer Mitmenschen schamlos aus. Besonders gern wird auf den Überraschungseffekt: z.B. "Ihr Sohn, Enkel.. ist in Not" gesetzt. Es sind nicht immer Einzeltäter, die Betrüger sind oft bandenmäßig organisiert und reisen ggf. täglich in eine andere Stadt, was die Ergreifung der Täter durch die Polizei erschwert.

Mit welchen Methoden die zum Teil mafiösen Betrügerbanden vorgehen und mit welchen Schwierigkeiten die dezentral organisierte deutsche Polizei bei ihren Ermittlungen zu kämpfen hat, beschreibt ein Kölner Kriminalhauptkommissar sehr informativ im Kölner Stadtanzeiger v. 04.12.08.

Aussehen der Täter

Die Täter sind meist freundlich, höflich und gut gekleidet. Mit ihrer psychologisch geschickten Gesprächsführung fällt es ihnen leicht, Vertrauen zu erwecken.

 Trickbetrug an Senioren

Trickbetrug wird in der polizeilichen Kriminalstatistik nicht separat erfasst, obwohl bestimmte Betrügereien wie z.B. Zetteltrick oder Enkeltrick ausschließlich Senioren zum Opfer fallen.

Die Polizei München hat bis zum August 2009 146 Trickbetrügereien und 92 Trickdiebstähle registriert, bei einer Gesamtschadensumme von 340.000 Euro. Die meisten Opfer waren Senioren.

Hinzuziehen einer Vertrauensperson schreckt Täter ab

Halten Sie im Zweifel, bei einem schlechten "Bauchgefühl", Rücksprache mit einer , bevor Sie etwas unternehmen. Leider hat nicht jeder ältere Mensch eine Vertrauensperson, viele sind mit ihren Problemen ganz allein auf sich gestellt und sie wollen auch niemanden belästigen. Aber oft werden die Täter schon abgeschreckt, wenn man Ihnen sagt: "Ich möchte meine Nachbarin hinzuziehen". Vereinbaren Sie einen anderen Termin, bei dem eine Person Ihres Vertrauens anwesend ist. Sie können sich auch in jedem Fall an die Seniorenberatung in Ihrer Stadt wenden.

Hier sind Angehörige gefragt

Angehörige und Nachbarn von älteren Menschen sollten mit den Senioren über diese fiese Masche der Straftäter sprechen und Verhaltenshinweise geben. Wenn jemand den Verdacht einer Straftat hat, kann er selbstverständlich auch über den Notruf 110 schnelle polizeiliche Hilfe erhalten.

Nutzen Sie die Angebote der Polizei.

Dort gibt es Sicherheitsbroschüren. Die Sicherheitsberater der Polizei informieren auch in Seniorenvereinen, auf Straßen und Wochenmärkten über Sicherheit im Alter. Sie können auch eine kostenlose persönliche Beratung der Polizei im Haus oder in Ihrer Wohnung vereinbaren, um Sicherheitsmängel aufzudecken.

Schämen Sie sich nicht

Opfer schämen sich, dass sie auf die Täter hereingefallen sind oder haben das Entwendete bereits abgeschrieben und halten eine Anzeige für sinnlos. Aber jede angezeigte Tat bietet  weitere Hinweise, die zur Ermittlung dieser Täter führen können.

Kastenriegelschloss

Lassen Sie sich von einem Fachmann eine Kette oder ein Kastenriegelschloss an Ihrer Wohnungstür anbringen. kastenriegelschloss Wenn das Kastenriegelschloss mit dem gleichen Zylinder wie das Haustürschloss ausgestattet ist, kann der Nachbar oder Verwandter im Notfall einfach die Tür öffnen, wenn man zur Sicherheit bei ihm einen Schlüssel hinterlegt hat.

Der Hauswirt muss die Montage eines Kastenriegelschloss dulden. Allenfalls kann er bei Auszug Wiederherstellung des alten Zustandes verlangen. In der Regel freut sich aber der Nachmieter über diese Sicherung. Bei Zweifel fragen Sie Ihren örtlichen Mieterbund. Zentrale des Mieterbundes:

Deutscher Mieterbund Littenstr. 10, 10179 Berlin Zentrale Rufnr: 01806/836 836 email: info@mieterbund.de

Türgriffketten

TürgriffketteEs gibt auch Türgriffketten, bei deren Anbau das Türblatt nicht beschädigt wird. Das Trägerprofil wird auf die Wand montiert, der Bügel wird über den Türgriff gehängt. Beim Umzug können Sie die Kette problemlos mitnehmen. Allerdings haben Ketten den Nachteil, dass sie mit einem Bolzenschneider durchtrennt werden können. Einen Nachteil haben Tüketten noch. Bei einem Notfall würde zum Beispiel der Notarzt nur mit Werkzeug reinkommen, welches er nicht dabei hat.

Wann helfen auch keine Türketten... ?

Freundlichen und "hilfsbereiten" Menschen gelingt, es das Vertrauen Ihrer Opfer schon auf der Straße zu gewinnen, gutgläubige Senioren nehmen die freundlichen "Helfer" dann mit in die Wohnung. Z.B.: Ein freundlicher Mensch bietet sich an, die schwere Tasche zur Wohnung hoch zu tragen und bittet dann um ein Glas Wasser. Verwehren Sie auch fremden "Helfern" den Zutritt zu Ihrer Wohnung.

Täter scheuen Aufsehen, schreien Sie laut

Haben Sie beim Öffnen der Wohnungstür ein Telefon in greifbarer Nähe. Schreien Sie laut, wenn Besucher sich gewaltsam Zutritt zu Ihrer Wohnung verschaffen wollen. Aufsehen scheuen die Täter. Versuchen Sie, sich das Aussehen der Täter zu merken. Sind Sie Opfer eines Trickbetruges geworden, verständigen Sie die Polizei.

Darf man die Polizei über Notruf verständigen?

Notrufschild

Sie können die Polizei auch über den Notruf 110 verständigen, in einem solchen Fall ist das kein Missbrauch der Notfallrufnummer. Notrufe sind gebührenfrei. Sie können die 110 von jedem Münztelefon ohne Münzen und von jedem Kartentelefon ohne Karte erreichen.

Ab Juli 2009 können Notrufe mit dem Handy nur noch getätigt werden, wenn die SIM-Karte eingelegt ist. Der Notruf ist auch ohne Guthaben möglich.

Die Pflicht zur eingelegten SIM-Karte wird durch die Notrufverordnung des Bundeswirtschaftsministerium festgeschrieben, die am 18.03.2009 in Kraft tritt.

Nicht reingefallen, trotzdem Polizei verständigen?

Verständigen Sie die Polzei auch, wenn Sie nicht Opfer eines Trickbetruges geworden sind und die Betrugsabsicht rechtzeitig erkannt haben. Die Polizei kann dann über die Presse die Leser warnen. Die Ergreifung der oft schon gesuchten Täter ist außrdem leichter, wenn man weiß, in welcher Gegend sie sich aufhalten.

Wer hilft mir bei Betrug, Abzocke?

Holen Sie sich auch Rat bei Ihrer örtlichen Verbraucherzentrale; Die regionalen Adressen und Telefonnumern finden Sie unter Verbraucherzentralen

Opferentschädigung

Sind Sie Opfer einer Gewalttat geworden und haben gesundheitlichen Schaden oder einen finanziellen Verlust erlitten, können Ihnen Versorgungsansprüche nach dem Opferentschädigungsgesetz zustehen. Nach Gewaltverbrechen an Deutschen im Ausland gibt es Bundessozialgerichts Kassel Az B 9 VG 7/01 R).

Opferhilfe Weisser Ring

Infos erhalten Sie bei den Versorgungsämtern und bei der Opferhilfe

Weisser Ring e.V.

Bundesgeschäfsstelle

Weberstr. 16

55130 Mainz

E-Mail: info@weisser-ring.de

Logo weisser RingDer Weisse Ring kümmert sich um die Opfer von Kriminalität, denn die Opfer verlieren nicht nur ihr Geld, sondern oft auch ihren Lebensmut. Der Weisse Ring steht Ihnen bei,  bei Bedürfigkeit werden ggf. finanzielle Hilfen gewährt.

Opfer-Telefon 0800 0800 343 - Kostenfreie Rufnummer  "Schnelle Hilfe für Kriminalitätsopfer"

Woher haben die Täter Ihre Telefonnummer?

Lassen Sie Ihre Telefonnummer entweder gar nicht erst im Telefonbuch eintragen, oder, falls Sie einen Eintrag wünschen, dann nur mit abgekürztem Vornamen, z.B. M. Müller, ohne Straßennangabe. Sie können bei Ihrem Telefonanbieter jederzeit eine Löschung bzw.Änderung des Telefonbucheintrags beantragen.