Seit Anfang 2008 ist bei der Staatsanwaltschaft Hildesheim und der
Polizeidirektion Hannover ein bundesweites Verfahren wegen gewerbs- und
bandenmäßiger Fälschung von Zahlungskarten
mit Garantiefunktion
("Skimming mit Tankkarten") geführt worden. Die Ermittlungen
richten
sich gegen zahlreiche Beschuldigte.
Zwei der 16
Hauptbeschuldigten befinden sich
zwischenzeitlich in Untersuchungshaft. Ursprung dieser Ermittlungen
waren diverse Einbruchdiebstähle in LKW im Jahr 2007 in
Sehnde,
weiteren Ortschaften der Region Hannover sowie im gesamten
Bundesgebiet. In allen Fällen wurden die jeweiligen Tankkarten
geskimmt
und anschließend für illegale Betankungen benutzt.
Insbesondere an
Wochenenden verüben offensichtlich mehrere, nebeneinander und
miteinander agierende Tätergruppierungen
Einbruchdiebstähle an
abgestellten LKW, um so an Tankkarten zu gelangen, diese zu skimmen und
zu duplizieren. Die Karte selbst wird an ihrem ursprünglichen
Platz im
Fahrzeug zurückgelassen.
Die Taten stellen sich so
den Geschädigten und
den Ermittlungsbehörden augenscheinlich als versuchter
Einbruchdiebstahl dar. In Kombination mit dem Ausspähen
weiterer Daten
oder dem Auffinden von PIN-Nummern ist es den Tätern dann
möglich
illegale Tankungen vorzunehmen. Dies geschieht zumeist in den
Niederlanden, in Belgien, im Ruhrgebiet - aber auch in Frankreich und
Spanien. Es folgen Telefonate, Absprachen und Treffen mit
überwiegend
türkischen LKW-Fahrern an Tankstellen mit Tankautomaten.
Alternativ
finden Treffen an Parkplätzen statt, von wo aus ein von den
Hauptbeschuldigten eingesetzter "Tanker" mit dem LKW zu einer
Tankstelle fährt und diesen mit Kraftstoff befüllt.
Häufig werden mehrere
Brummis hintereinander
betankt, so dass an einem Abend mehrere 1 000 Euro Schaden entstehen.
Anschließend fahren "Tanker" und LKW wieder zurück
zum Treffpunkt und
regeln das Finanzielle. Zwei im Verfahren Hauptbeschuldigte (46 und 33
Jahre alt) sind Ende 2008 mit Haftbefehl festgenommen worden und
befinden sich in Untersuchungshaft. Nach bisherigen Erkenntnissen war
der in Köln festgenommene 46-Jährige für die
illegalen Tankungen im
Ruhrgebiet zuständig, während der 33 Jahre alte
Beschuldigte (Festnahme
ebenfalls in Köln) offensichtlich den
niederländischen Bereich
versorgte. Bei beiden Tatverdächtigen stellten die
Polizeibeamte unter
anderem eine größere Anzahl verschiedener
(Original-)Karten sicher. Der
bisherige Gesamtschaden liegt bei mehreren Millionen Euro.
Wichtige Hinweise für
Nutzer von
Tankkarten:
Die
Tankkarte ist wie eine Kredit- oder EC-Karte zu behandeln. - Lassen Sie
die Tankkarte niemals im abgestellten Fahrzeug zurück. -
Bewahren Sie
Karte und PIN niemals zusammen auf. - Geben Sie die PIN-Nummer verdeckt
ein. - Seien Sie misstrauisch, wenn am Fahrzeug Aufbruchspuren zu
erkennen sind, aber augenscheinlich nichts entwendet wurde.
Am besten
lassen Sie die Tankkarte sofort sperren. - Melden Sie
auffälliges
Tankverhalten -zum Beispiel das Betanken mehrerer LKW durch eine
Person- sofort der Polizei.
Quelle:
news aktuell gmbh v. 13.01.09