gegen Trickdiebe und Trickbetrüger

Hier spricht die Polizei - Drücken Sie Taste 1

Beim Betrugskommissariat der Kriminalinspektion Ludwigshafen und anderen bundesweiten Polizeidienststellen wurde folgender Sachverhalt bekannt:
Die Bürger erhalten einen Anruf mit unterdrückter Nummer und mit folgendem sinngemäßen Inhalt:

Ansage 1

"Lieber Mitbürger,
hier spricht ihre Polizei. Leider wurden ihre Daten missbräuchlich verwendet. Zur Verhinderung weiterer Missbräuche drücken sie bitte die Taste 1. Entschuldigen sie bitte die Unannehmlichkeiten. Ihre Polizei."


Ansage 2

"Hier spricht die Polizei. In der letzten Zeit ist es vermehrt zu Fällen von unerwünschter Werbung gekommen. Wenn Sie sich davor schützen wollen, drücken Sie jetzt die Eins!"

Eine Dame aus Dillenburg drückte daraufhin die Taste 1. Sofort meldete sich eine Frau, die ihr erklärte, dass das erfolgreiche Unterdrücken von Anrufen mit Kosten verbunden sei und sie deshalb ein Zeitschriftenabonnement abschließen solle. Die Rentnerin wurde stutzig und legte sofort den Hörer auf.


Ansage 3

"Hier spricht die Polizei. Wir haben festgestellt, dass Ihre Daten im Umlauf sind. Drücken Sie bitte die Taste 1"


Ansage 4

"Hier ist die Polizeidirektion .... Es besteht der Verdacht, dass Ihre Telefondaten missbraucht wurden. Für weitere Auskünfte drücken Sie die Taste 1."


Nach polizeilichen Ermittlungen ist davon auszugehen, dass mit Drücken der Taste 1 ein Mehrwertdienst ausgelöst und über die Telefonrechnung abgerechnet wird. Die Polizei warnt vor dieser Betrugsmache! Die Polizei arbeitet nicht mit Bandansagen. Polizeibeamte melden sich immer persönlich am Telefon, nennen ihren Namen und sagen Ihnen, von welcher Dienststelle sie kommen und welches Anliegen sie haben.

Diese zumeist nur mit Automatenstimmen versehenen Nummern erscheinen dann in der nächsten Telefonabrechnung mit Minutenpreisen von 10,-- EUR , 15,-- EUR oder sogar noch mehr, so Axel Bergmann, Präventionsexperte bei der Stadthäger Polizei. Mit dem freiwilligen Drücken der Taste kann sich dann die oder der Betrogene nicht mehr herausreden, ohne Wissen weiterverbunden worden zu sein. Dass der Täter auch noch behauptet hat, er sei von der Polizei, macht diesen Fall noch verwerflicher. Mit dem Hinweis auf die Polizei wird versucht, dem Anruf einen seriösen Eindruck zu verleihen.

Durch das Drücken der Taste '1' wird man entweder zu einer gebührenpflichtigen Dienstleistung weiterverbunden oder aber zu einer Firma, die einen Kontoabgleich durchführen will.

Die Polizei Frankfurt/Main teilt mit:
Die Anrufe erfolgten mit unterdrückter Rufnummer. Diejenigen, die nicht sofort wieder auflegten und tatsächlich die "1" gedrückt hatten, wurden mit einer angeblichen Firma aus Hamburg verbunden, welche die Angerufenen zum Abgleich von Kontodaten aufforderte.

Angeblich würden Kosten für obskure Datenlöschungen fällig, weil die Angerufenen in diversen Listen aufgeführt seien, die von Gewinnspielfirmen genutzt würden.

Ziel der Anrufe ist, mit den erlangten Kontodaten missbräuchlich andere Transaktionen, wie zum Beispiel Interneteinkäufe, zu erledigen.

Sollten Sie bereits einen solchen Anruf erhalten haben und Unstimmigkeiten bei der nächsten Telefonrechnung feststellen, erstatten Sie umgehend Anzeige bei der nächstgelegenen Polizeidienststelle.

Auch in München gab es diese betrügerischen Anrufe. Die Münchner Polizei weist darauf hin, dass in keinem Fall Kontodaten über das Telefon preisgegeben werden sollten. In einem Fall hielten die Betrüger ihr Opfer beinahe eine halbe Stunde lang in der Leitung, so dass Kosten von fast 1.000 Euro fällig wurden. Wenn Sie einen derartigen Anruf erhalten, brechen sie das Gespräch ab und legen Sie einfach auf.

Quelle: Polizeipresse Rheinpfalz v. 05.01.12, Polizeipresse Bayern v. 06.01.12, Polizeipresse Siegen-Wittgenstein v. 10.01.12, Polizeipresse Nordhessen v. 10.01.12, Polizeipresse Steinfurt v. 10.12.12, Polizeipresse Paderborn v. 10.01.12, Polizeipresse Nienburg-Schaumburg v. 11.01.12, Polizei Thüringen v. 12.01.12 und weitere Polizeidienststellen.