gegen Trickdiebe und Trickbetrüger

Aktuelle Fälle: Wie ahnungslose Jobsuchende zu Geldwäschern werden

Briefbetrug - Täter verlangen Kautionszahlungen

Bundesweit werden Briefe verschickt, die angeblich von einem türkischen Gericht stammen. In dem Brief steht, dass der oberste Gerichtshof in Istanbul ein Strafverfahren gegen den Empfänger führen würde. Auch läge ein gültiger Haftbefehl vor, der schon bei der deutschen Regierung eingereicht sei.

Die Adressaten werden in dem Brief beschuldigt, für eine Firma "Soraplex" Geldwäsche zu betreiben, kinderpornografische Videos über das Online-Portal "Soraplex" zu verbreiten und Verbindungen zu Terrororganisationen zu unterhalten. Die Empfänger werden zu einem angeblichen Gerichtstermin in Istanbul vorgeladen. Sollten sie nicht erscheinen, würde der Haftbefehl international in Kraft gesetzt. Zusätzlich soll der Empfänger sofort eine Kaution in fünfstelliger Höhe bezahlen.

Dem Schreiben ist eine Verschwiegenheitsverpflichtung beigefügt, die angeblich vom Bundeskriminalamt stammt. Der Empfänger wird aufgefordert, sich umgehend telefonisch mit einem angeblichen BKA-Mitarbeiter in Verbindung zu setzen, um die Einzelheiten zu besprechen. Hierfür ist eine Telefonnummer aus Frankfurt am Main angegeben. Die Schreiben haben auf den ersten Blick einen seriösen Anschein.

Das Bundeskriminalamt warnt: Diese und ähnliche Briefe werden immer in der Absicht verschickt, Sie um Ihr Geld zu bringen. Hinter den Telefonnummern verbergen sich Betrüger aus ausländischen Call-Centern.

Wir raten Ihnen dringend: Wenn Sie solche oder ähnliche Post erhalten, reagieren Sie nicht auf die Schreiben. Rufen Sie die darin angegebenen Telefonnummern nicht an. Sollten Sie einen Anruf erhalten, lassen Sie sich nicht in ein Gespräch verwickeln. Auch wenn Sie unter Druck gesetzt und Ihnen staatliche Konsequenzen angedroht werden, lassen Sie sich nicht verunsichern. Brechen Sie den Kontakt ab. Wenn Sie Opfer geworden sind, erstatten Sie Anzeige bei der nächsten Polizeidienststelle.

Quelle: Bundeskriminalam 21.12.17

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Unlauterer Nebenjob - Pakete weiterleiten

Die Kriminalpolizei in Rendsburg bearbeitet gegenwärtig drei Verdachtsfälle von Betrug / Geldwäsche in Zusammenhang mit einem Kleinanzeigenportal. Und das geht so:

Am Anfang steht ein lukratives Jobangebot, die leichte Tätigkeit kann man Zuhause erledigen. In diesem Fall handelt es sich um sogenannte Warenagenten. Den Interessierten wird eine Vergütung versprochen dafür, dass sie sich Pakete schicken lassen, diese auch auf ihren Inhalt prüfen, um sie dann meist ins Ausland (zum Beispiel nach Russland) weiterzuleiten.

Früher oder später klingelt die Polizei an der Tür der ahnungslosen Jobber. Ohne es zu wissen wurden sie von Kriminellen benutzt, um illegal erworbene Waren weiterzuleiten. Die Kripo geht davon aus, dass die Hintermänner Kreditkarten usw. ausspähen, um damit die Waren zu bestellen. Um die Spur zu verwischen, muss die Ware den Umweg über den Agenten nehmen. Eine Vergütung erhalten sie dafür nicht. Irgendwann werden Zahlungen storniert und Anzeigen bei der Polizei erstattet.

Die Polizei rät von solchen Nebenjobs dringend ab. Leiten Sie für Fremde keine Waren weiter. Bieten Sie für Fremde keine Waren zum Verkauf an. Wenden Sie sich im Zweifel an Ihre Polizeidienststelle.

Quelle: Polizei Neumünster 05.12.17

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Falscher Polizist erpresst Geld und macht Opfer zum Finanzagenten

Das perfide bei diesem neuen Vorgehen ist, dass das Opfer zum Finanzagenten wird und sich dadurch selber strafbar macht.

Eigentlich war ein 80-Jähriger bei der Polizei, weil er Anzeige wegen eines falschen Polizeibeamten machen wollte, als das Geschehen seinen Lauf nahm:

Der Rentner kam nach der Anzeigenerstattung nach Hause, als ihm seine Frau mitteilte, dass die Polizei angerufen habe. Sie hätte dem angeblichen Polizeibeamten mitgeteilt, dass ihr Mann ja gerade bei der Polizei wäre, um Anzeige zu erstatten. Kurze Zeit später klingelte erneut das Telefon und der Anrufer gab sich als der Polizeibeamter aus, bei dem der Senior gerade seine Anzeige erstattet hätte.

Der 80-Jährige hätte angeblich eine falsche Aussage getroffen, man habe sich bereits beim BKA entschuldigt, dass solle er nun auch tun. Der gewissenhafte Senior rief die ihm zuvor bereits genannte Rufnummer beim angeblichen BKA auch an.

Der Angerufene setzte den 80-Jährigen dermaßen unter Druck, indem er ihm wegen eines, angeblich gegen ihn bestehenden Haftbefehls drohte. Sollte er die fünfstellige Summe nicht überweisen, drohe die Auslieferung in die Türkei.

Der eingeschüchterte Senior sah für sich keinen anderen Ausweg und überwies schließlich die geforderte Summe auf das angegebene Konto. Nach seiner getätigten Überweisung erhielt der Rentner eine höhere Geldsumme auf sein eigenes Konto überwiesen. Er wurde erneut telefonisch von einem angeblichen Polizeibeamten aufgefordert, diese Summe nun in die Türkei zu überweisen. Auch diesem verbalen unter Druck setzen kam der Senior aus Angst vor Repressalien nach.

"Das tragische daran ist, dass sich der 80-Jährige nun selber strafbar gemacht hat und zum sog. Finanzagenten geworden ist" erläutert Andrea Papenroth, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland. Neben dem emotionalen und finanziellen Schaden, muss nun auch noch ein Ermittlungsverfahren wegen Geldwäsche eingeleitet werden.

Als Geldwäsche bezeichnet man die das Einschleusen illegal erwirtschafteten Geldes, da das zu "waschende" Geld aus illegalen Tätigkeiten wie z.B. Betrug, oder Erpressung stammt und die Herkunft des Geldes verschleiert werden soll.

Die auf das Konto des "Finanzagenten" eingehenden Gelder stammen meistens von Opfern betrügerischer Handlungen. So überweisen die Kriminellen von einem Online-Konto eines ahnungslosen Dritten, über das sie durch betrügerische Mittel Zugriff erlangt haben.

"Wer als "Finanzagent" mitwirkt und die Gelder an Mittäter ins Ausland überweist, stellt sich in den Dienst der Kriminellen" so Papenroth, "Derjenige setzt sich der Gefahr aus, wegen Beihilfe zum Betrug oder zur Geldwäsche belangt zu werden und auf dem entstandenen Schaden sitzen zu bleiben. Leider sind Hintermänner des Betrugs oftmals nicht zu ermitteln." Die Polizei wird Anzeigeerstatter oder Geschädigte niemals unter Druck setzen und niemals dazu auffordern, Überweisungen zu tätigen.

Quelle: Polizei Wilhelmshaven / Friesland 16.11.17

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Polizei deckt betrügerische Online-Versandhändler auf

Eine Sondereinheit der Polizei Niedersachsen hat eine in Europa operierende Betrügerbande gefasst. Diese hat bislang Waren im Wert von mindestens 10 Millionen Euro von Online-Versandhändlern erbeutet, wie Heise Security berichtet. Dabei haben die Cyber-Kriminellen über ahnungslose Warenagenten, die über das Internet angeheuert wurden, nicht bezahlte Einkäufe vor allem nach Osteuropa weitergeleitet.

Zum Großteil sind Schüler, Studenten und Rentner den Betrügern in die Falle getappt. Ihnen wurde vorgegaukelt, sie können sich als Verzollungsassistenten 20 Euro pro Stunde verdienen. Durch ihr Handeln haben aber auch sie sich strafbar gemacht.

Quelle: buerger-cert-newsletter@newsletter.bund.de. 28.09.17

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Als Warenagentin missbraucht

Als sie im April vergangenen Jahres zwei Schreiben einer Anwaltskanzlei erhielt mit der Aufforderung Mobilfunkrechnungen zu begleichen, wurde eine 47-jährige Pflegerin stutzig. Über Skype stand sie in Kontakt mit einem Mann, den sie zufällig in Frankfurt kennengelernt hatte. Er nutzte ihre Daten aus, um Verträge über sie abzuschließen und Pakete an sie zuzustellen, die später nach Ghana weitergeleitet wurden.

Die Pflegerin selbst bemerkte lange nicht, dass sie ausgenutzt wurde, dies wurde ihr erst bei der Vernehmung durch die Polizei klar, als sie selbst in den Verdacht geriet eine Straftat begangen zu haben, indem sie als Warenagentin für die Betrüger arbeitete.

Quelle: Polizeipresse Mittelhessen,, news aktuell v. 06.04.17

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Leichter Job wird teuer

Eine Frau aus Geislingen war Ende vergangenen Jahres auf der Suche nach einer Tätigkeit. Da kam ihr ein Jobangebot im Internet gerade recht. Sie sollte lediglich Pakete entgegennehmen und weiterleiten. Dafür erhalte sie pro Paket eine Provision von wenigen Euro.

Die Frau sagte zu, gab ihre Daten an den "Arbeitgeber" und nahm so rund 50 Pakete entgegen. Die leitete sie auch brav weiter. Geld hat sie seither nicht erhalten, jetzt aber jeden Grund zur Ernüchterung: Sie erhielt eine Rechnung über mehr als 1.000 Euro. Denn auf ihren Namen war in einem Geschäft eine Bestellung aufgegeben worden. Die Ware sei an sie ausgeliefert worden. Daran erinnerte sich die Frau auch. Das Paket hatte sie vereinbarungsgemäß weitergeleitet. Allerdings sitzt der Empfänger der Pakete in Osteuropa. Und er ist seither nicht mehr zu erreichen. Nun ist anzunehmen, dass der 36-Jährigen noch weitere Rechnungen ins Haus stehen. Sie erstattete Anzeige bei der Polizei. Die ermittelt jetzt wegen Betrugs.

Quelle: Polizeipresse Ulm, news aktuell v. 25.01.17

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Kreative Variante mit Gewinnversprechen

Ein Aalener erhielt das Gewinnversprechen, in diesem Fall über 20.000 Euro, und erhielt auch die Aufforderung, zunächst 700 Euro Notarkosten zu überweisen. Als er widersprach und das als möglichen Trick enttarnte, wurde ihm die Möglichkeit aufgezeigt, die 700 Euro von seinem Gewinn abzuzweigen. Wenn er damit einverstanden ist, bekäme er das benötigte Geld auf sein Konto überwiesen und müsse es nur weiterleiten.

Mit dieser Variante zeigte sich der Aalener einverstanden und, wie eigentlich gar nicht erwartet, trudelte bei ihm auf dem Konto tatsächlich eine 700-Euro-Überweisung ein. Das Geld, das ihm ja scheinbar tatsächlich gehörte, konnte er ja weiterleiten, glaubte er. Und als dann der versprochene Gewinn nicht eintraf, ging er nicht zur Polizei, denn die 700 Euro fehlten ihm ja nicht wirklich, da er sie ja zuvor nicht besessen hatte.

Die Polizei wurde aber durch jemanden anderen auf den Plan gerufen. Bei einer Polizeidienststelle irgendwo in Deutschland hatte ein Mann Anzeige erstattet, weil er für einen Fernsehkauf bei einer Internetversteigerung 700 Euro bezahlt, das bezahlte Gerät aber nie erhalten hatte. Als Verkäufer nannte der Anzeigeerstatter unseren Aalener und der erhielt nun Besuch von der Polizei. Er fiel aus allen Wolken, denn er hatte nie einen Fernseher zum Kauf angeboten, allerdings, wie sich herausstellte, tatsächlich das Geld des Internetbieters erhalten. Und das war so gekommen:

Der Fernsehkäufer war in der Auktion unterlegen, aber als Bieter für die Betrüger erkennbar. Die nahmen Kontakt mit ihm auf und erzählten ihm, dass der Bieter, der den Zuschlag erhalten hatte, vom Kauf zurückgetreten wäre und er jetzt das Gerät zu seinem Gebot erhalten könne. Dafür müsse er diesen Betrag nur zuvor überweisen. Als Empfängerkonto-Inhaber wurde unser Aalener benannt. Der war nun im Besitz der 700 Euro "aus seinem Gewinn" und schloss den Betrugskreislauf, als er die 700 Euro des Fernsehkäufers weiterleitete.

Betrogen ist nun zunächst der Fernsehkäufer. In der Folge können nun aber sicher die Transaktionen auch zivilrechtlich überprüft werden, wobei auch eine Schadensersatzpflicht des Aalener ins Spiel kommen könnte. Und auch die Polizei prüft, ob die Beteiligten sich strafrechtlich verantworten müssen; diese Ermittlungen laufen noch.

Quelle: Polizeipresse Aalen, news aktuell v. 05.01.17

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Jobannonce, Finanzagenten – Bitcoins als Zahlungsmittel

Mit verschiedenen Maschen haben Unbekannte in der Vergangenheit immer wieder versucht ahnungslose Bürger als sogenannte „Finanzagenten“ zu gewinnen. Bekannt ist sowohl die Masche, dass massenhaft E-Mails von den Tätern verschickt werden oder per Annonce dafür geworben wird. Im vorliegenden Fall stieß eine 30-Jährige aus dem Kreis Miltenberg auf ein Jobangebot im Internet und ließ sich darauf ein. Jetzt laufen strafrechtliche Ermittlungen gegen sie wegen des Verdachts der Geldwäsche.

Mitte Juni diesen Jahres war die Frau im Internet auf der Suche nach einem Nebenjob in Heimarbeit. Sie stieß dabei auf ein augenscheinlich interessantes Angebot und nahm Kontakt mit dem Anbieter auf. Nach regem E-Mail-Verkehr bestand die Aufgabe der 30-Jährigen darin, Gelder, welche auf ihr Konto überwiesen worden waren, in Bitcoins umzuwandeln und auf ein Wallet zu transferieren. Auf dieses auch als „virtuelle Brieftasche“ bezeichnete „Konto“ hatten dann die Täter Zugriff und konnten so ihr gewiss aus kriminellen Geschäften erzieltes Geld „waschen“. Im vorliegenden Fall wurden auf diese Weise bis Anfang September gut 4000 Euro umgesetzt.

Kriminalpolizeiliche Ermittlungen ergeben bei derartigen Fällen in der Regel, dass die Geldbeträge zuvor mittels krimineller Handlungen, wie z.B. „Phishing“ oder Internetbetrügereien, ergaunert worden waren. Das Polizeipräsidium rät deshalb, Jobangebote genau zu prüfen, gerade wenn die Aufgabe lediglich darin besteht, über sein privates Konto Geldtransfers zu tätigen.

Außerdem sollten jegliche Kontoeingänge unbekannten Absenders mit einer Anweisung zur Überweisung auf ein anderes Konto stets genau hinterfragt werden. Bei Zweifeln an der Legalität der Überweisung oder dem Verdacht einer Betrugsmasche, sollte die Polizei verständigt werden. Auf keinen Fall sollte man sich blenden lassen. Denn was „Finanzagenten“ oft nicht ahnen: Statt eines vermeintlich einfachen und als lukrativ angepriesenen Jobs drohen ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren wegen Geldwäsche, eines Verstoßes gegen das Kreditwesengesetz und gegebenenfalls sogar Schadensersatzansprüche der Geschädigten.

Quelle: Polizeipresse Bayern v. 24.09.15

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Falschbuchung zurückgefordert

Betrüger versuchen zurzeit unter Vorspiegelung falscher Tatsachen an Kontodaten zu gelangen. Bei der Korbacher Kripo sind gestern bislang vier Fälle aus Korbach und einer aus Winterberg bekannt geworden. In allen fünf Fällen gaben sich die Betrüger als Polizeibeamte aus. Sie nutzen dabei eine bestimme Technik, die es ihnen ermöglicht, auf der Rufnummernanzeige der Telefone ihrer Opfer die Telefonnummer der Korbacher Polizei anzuzeigen. Ihr Ziel ist es, an die Kontodaten der zumeist älteren Opfer zu gelangen.

Bei dieser jüngsten Masche geben die Betrüger vor, zwei Männer aus Bulgarien und Rumänien festgenommen zu haben. Bei ihnen habe man die Adress- und Kontodaten der Angerufenen gefunden mit dem Verweis, dass dort noch in dieser Nacht ein Einbruch erfolgen solle. Anschließend nutzten die Betrüger die Sorge ihrer Opfer, um die Kontodaten "abzugleichen" und nannten dabei die Bankleitzahlen der hiesigen Banken. In allen Fällen sprach der unbekannte Betrüger akzentfreies Deutsch. In einem Fall hat eine Geschädigte einen leichten osteuropäischen Akzent erkannt.

Die Betrüger suchten sich ihre Opfer offenbar gezielt im Telefonbuch aus. Alle tragen den gleichen Vornamen "Hildegard". Es ist aber nicht auszuschließen, dass sie sich demnächst andere Vornamen aussuchen, die auf ältere Menschen schließen lassen.

Bei einem zurückliegenden, ähnlichen Fall haben die Betrüger ihre gutgläubigen Opfer als "Finanzagenten" missbraucht. Nachdem sie die Kontodaten ihrer Opfer erfragt haben, haben sie Geld auf dieses Konto überwiesen mit der Aufforderung, es an ein ausländisches Konto weiter zu leiten. Wenn man dies macht, zieht das automatisch ein Strafverfahren nach sich, denn in solchen Fällen wird der Tatbestand der Geldwäsche erfüllt.

Quelle: Polizeipresse Nordhessen, news aktuell v. 05.08.15

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Geldwäsche und Online-Banking

Ein 64-jähriger Münchner wurde Opfer von Computerbetrügern. Er hatte bei seiner Bank mehrere Konten, welche er mittels Online-Banking verwaltete. Offensichtlich gelang es einer bis dato unbekannten Tätergruppierung einen Trojaner auf dem Computer des 64-Jährigen zu platzieren. Damit gelangten sie an die notwendigen Zugangsdaten für dessen Online-Banking. Anschließend ließen die Unbekannten die Handynummer des Münchners zu einer anderen Telefongesellschaft portieren. Dadurch erlangten sie die volle Zugriffsmöglichkeit auf die Telefonnummer des eigentlichen Kontoinhabers. Sie setzten online mehrere Überweisungsaufträge in Gang.

Die notwendigen TANS wurden durch die neue ausgestellte Mobilfunkkarte bzw. einem anderen benutzten Handy abgefangen und im Anschluss benutzt. Durch die Kontoverfügungen entstand ein Schaden im 6-stelligen Bereich. Als Ziel der Überweisungen wurden jeweils Konten gewählt, die Privatpersonen gegen Entgelt zur Verfügung gestellt hatten. Diese wiederum hoben das Geld in bar ab und übergaben es unbekannten Personen. Die Besitzer dieser Konten erwarten jeweils eine Anzeige nach dem Geldwäschegesetz.

Quelle: Polizeipresse Bayern v. 19.03.15

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Warenagent -Versenden von Paketen kann strafbar sein

Die Wetterauer Kriminalpolizei warnt aufgrund mehrerer Vorfälle vor zwielichtigen Jobangeboten. Dabei werden ahnungslose Jobsuchende gezielt von den Betrügern ausgenutzt, indem sie illegal erworbene Warenlieferungen weiter ins Ausland schicken. Die Masche ist nicht neu, wurde aber zuletzt im gesamten Wetteraukreis mehrfach angezeigt.

Die Täter, die oft aus dem Ausland agieren, köderten die Personen in diesen Fällen im Internet und in den örtlichen Zeitungen mit einer lukrativen Arbeitsstelle. Zunächst klangen die Annoncen und Angebote sehr verlockend und versprachen einen lukrativen Verdienst in der Logistikbranche. Die Jobsuchenden bewarben sich bei der ausschreibenden Firma. Den Bewerben wurde danach sogar ein täuschend echt aussehender Arbeitsvertrag übersandt, in dem persönliche Angaben wie Kontodaten, Adresse und Erreichbarkeit eingetragen werden mussten. Im weiteren Verlauf wurden die "neuen Mitarbeiter" per Mail oder telefonisch kontaktiert und in ihre neue Tätigkeit eingewiesen. Dabei wurde den ahnungslosen Personen mitgeteilt, dass sie lediglich Online - Bestellungen annehmen und nur weiter versenden müssten. Den neuen Mitarbeitern wurde sogar zugesagt, entsprechendes Material für Verpackung und Frankierung zu erhalten.

In den folgenden Wochen erhielten die sogenannten "Warenagenten" dann tatsächlich mehrere Pakete und schickten diese pflichtbewusst weiter an die angegebenen zumeist ausländischen Adressen. Dabei handelte es sich um hochwertige Produkte wie Elektroartikel oder Markenkleidung. Häufig wurden die "neuen Mitarbeiter" hellhörig, als kein Gehalt auf dem Konto einging, eine Rechnung eines Versandhauses für eine verschickte Ware erhalten wurde oder die Polizei sich meldete. Dann ist es für die Betroffenen meist schon zu spät.

Bei den Ermittlungen stellten die Beamtinnen und Beamten des Friedberger Betrugskommissariates fest, dass die Firma unter dem für den Mitarbeiter angegebenen Account im Internet oder telefonisch nicht mehr zu erreichen war. Die Internetpräsenz der betrügerisch agierenden Firma wurde zur Täuschung der "Warenagenten" angelegt, um so einen seriösen Eindruck zu vermitteln. Oftmals werden hier auch Daten von tatsächlich existierenden Firmen im Ausland verwendet. Allerdings werden dabei veränderte Erreichbarkeiten hinterlegt.

Weiter stellte es sich heraus, dass die Waren von den Kriminellen im Internet mit betrügerisch erlangten Kreditkartendaten dritter Personen bestellt und gezielt an die zuvor angeheuerten "Warenagenten" verschickt wurden. Nach Erhalt leitete der angeworbene Agent die "illegale" Ware dann, wie abgesprochen, umdeklariert ins Ausland weiter, sodass die Versandwege dadurch verschleiert werden.

Auf den Warenagenten wartet im schlimmsten Fall zum Abschluss ein Verfahren wegen Verdacht der Geldwäsche. Zusätzlich können zivilrechtliche Forderungen von Seiten der Versandhäuser auf ihn zukommen, da die Waren in der Regel auf seinen Namen bestellt, wenigstens aber an seine Anschrift versandt wurden und er somit der erste Ansprechpartner für die Versandhäuser war.

Folgende Tipps der Polizei sollten dabei beachtet werden:

Quelle: Polizeipresse Mittelhessen, news aktuell v. 22.01.14

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Paketagent: Anwerbung per E-Mail

Mit Vorsicht zu genießen sind die vor allem im Internet immer wieder kursierenden Jobangebote als "Paketagenten", "Versandmitarbeiter", "Testkäufer" oder Ähnliches. In letzter Zeit wurden sogar Arbeitssuchende gezielt per E-Mail angeworben.

Hierbei sollen Warensendungen, welche der "Paketagent" an seine eigene Wohnanschrift gesandt bekommt, umgepackt und an einen anderen Empfänger weiter versandt werden.

Tatsächlich beinhalten die Pakete Waren wie z.B. Bekleidung oder technische Geräte, welche mittels rechtswidrig erlangten Kreditkartendaten über verschiedene Online-Versandhändler bestellt wurden. Der "Paketagent" dient lediglich dazu, die Spur zu den Haupttätern zu verschleiern und die Ware ins Ausland zu versenden.

Besonders hinterhältig:

Dem "Paketagenten" werden ein seriös wirkender Arbeitsvertrag und eine attraktive Bezahlung angeboten. Die Haupttäter verlangen oft auch Sozialversicherungsnummer, Krankenkasse, Kontoverbindung und die Kopie des Personalausweises. Mit diesen Daten können diese dann sogar die Lieferadresse gegenüber dem Versandhandel legitimieren. Nicht wenige der "Paketagenten" geben bei der Agentur für Arbeit an, wieder in einem Beschäftigungsverhältnis zu stehen. Das Arbeitslosengeld bleibt aus, der Lohn für den "Paketagenten" allerdings auch.

Obendrein muss dieser noch mit einem Strafverfahren wegen Geldwäsche, Betrugs und Beihilfe zu den durch die Haupttäter begangenen Straftaten rechnen. Die Polizei warnt ausdrücklich davor, ein Jobangebot als Paketagent anzunehmen.

Quelle: Polizeipresse Frankfurt am Main, news aktuell v. 16.07.12

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Urteil: Pflicht zur Recherche nach Kontaktaufnahme

Ein 28-Jährigen hatte zu einer Firma in Estland per E-Mail Kontakt aufgenommen und ohne Recherchen leichtfertig seine Kontonummer gemailt. 20 Prozent Provision waren von der Firma mit angeblich deutscher Zweigstelle im Stellenangebot für eine Tätigkeit mit Schwerpunkt "Steueroptimierung" durch Abwicklung von Geldgeschäften über sein Konto versprochen worden.

Am 12. Mai 2011 überwiesen die Betrüger erstmals 2.700 Euro auf sein Konto - mit dem Hinweis per Mail, dass er von der ersten Überweisung nur fünf Prozent Provision erhalte, also 135 Euro. Für das restliche Geld kaufte er - wie aufgefordert - Gutscheine unter anderem in Tankstellen und Supermärkten und leitete die Codes an die Firma weiter. Dass die Betrüger danach die Gutscheine in Bargeld einlösten und allein in diesem Fall 2565 Euro ergaunerten, wusste der 28-Jährige zu dem Zeitpunkt nicht.

Das Geld rührte aus durch Phishing erlangten Betrügereien. Die Bank erstattete dem Opfer den Betrag und belastete das Konto des Angeklagten.

Der Angeklagte wurde vom AG Burg wegen Geldwäsche entsprechend seines Nettoeinkommens von 900 Euro zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen a 28 Euro - gleich 1400 Euro.

Er habe leichtfertig gehandelt, weil er nicht erkannte, dass das an ihn überwiesene Geld aus einer Straftat stammt. Schon nach der ersten Kontaktaufnahme per Mail hätte er über die Firma recherchieren können.

Quelle: www.volksstimme.de v.27.02.12

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Warnung vor Anwerbung von Ebay-Warenagenten bzw. Finanzagenten

In den letzten Tagen wurde bekannt, dass vor und vermutlich auch während der Weihnachtszeit wieder verstärkt Zeitungs- und Internetanzeigen durch unbekannte Täter geschalten werden, bei denen sogenannte Ebay-Warenagenten oder Finanzagenten gesucht werden.

Dabei sollen die Interessenten zum Beispiel für einen Nebenverdienst ihren Ebay-Account und ihr Bankkonto zur Verfügung stellen, um Transaktionsgelder aus vermeintlichen Verkäufen dieser Firmen ins Ausland weiterzuleiten. Die Waren existieren aber in Wirklichkeit nicht.

Die Anwerbefirmennamen sind zum Teil frei erfunden bzw. es werden bestehende Firmennamen missbräuchlich verwendet. Der Kontakt zu den Interessenten erfolgt zumeist über Emails, wobei sogar fiktive Arbeitsverträge mit Provisionsversprechen von bis zu 20 Prozent des Umsatzes versendet werden.

Es wird dringend abgeraten, solche Lockangebote über Nebenverdienstmöglichkeiten anzunehmen und keinerlei persönlichen Ebayaccounts oder Bankkonten zur Verfügung zu stellen, da hier der Straftatbestand der Geldwäsche in Betracht kommt.

Eine beliebte Betrugsmasche in diesem Zusammenhang sind auch Anwerbungen von sogenannten "Produkttestern". Auch hier wird unter einem Vorwand der Angeworbene schließlich dazu veranlasst, eingehende Geldbeträge von seinem Konto mittels anonymer Bezahlmethoden wie Ukash, Paysafecards oder per Western Union bzw. MoneyGram weiterzuleiten. Eine Täterermittlung ist in diesen Fällen wegen der Verschleierung des Geldtransfers kaum möglich.

Quelle: Polizeipresse Bayern v. 19.11.11

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