gegen Trickdiebe und Trickbetrüger

Finanzkrise: Banken kassieren ab

Über 500 Milliarden Euro hat die EZB den Banken in diesem Jahr zur Verfügung gestellt  zum historisch niedrigen Zinssatz von einem Prozent. Die Institute sollten dieses Geld günstig an Geschäfts- und Privatkunden weiterreichen und so die Wirtschaft am Laufen halten.

Bei den Verbrauchern sind die Entlastungen aber nicht angekommen.Für Schuldner sind Überziehungs- und Ratenkredite teurer geworden, für Anleger sind die Spar- und Einlagenzinsen niedrig geblieben. Die Banken haben sich mit diesem Geld günstig refinanziert.

Quelle: Newsletter Verbraucherzentralen Bundesverband v. 17.11.09.09


Seit November 2009 hat die Europäische Zentralbank die Leitzinsen gesenkt. Doch die Banken geben die Zinssenkung nicht an die Kunden weiter. Wenn die Zinsen nicht angepasst wurden kann man das gegen eine Gebühr von den örtlichen Verbraucherzentralen überprüfen lassen und gegebenenfalls auf eine Änderung drängen.


Jahr für Jahr erleiden deutsche Sparer enorme finanzielle Verluste. Erst kürzlich hat die Stiftung Warentest errechnet, dass allein durch ineffiziente Riester-Verträge, zu hohe Dispozinsen und Bankabhebegebühren den Privatkunden pro Jahr Schäden von über 700 Mio. Euro entstehen. Die Folge: Probleme bei der privaten Altersvorsorge und ein erheblicher volkswirtschaftlicher Schaden. Gerd Billen, der Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands schlägt vor: Bundesbank und BaFin sollen Kunden vor den Banken schützen


Die Bundesregierung will die Aufsicht über alle Teile des Finanzwesens, von Banken über Versicherungen bis hin zum Wertpapierhandel unter dem Dach der Bundesbank zusammenfassen. Der Gesetzentwurf ist im Juni 2010 immer noch in Arbeit. Die Bundesregierung will erst entscheiden, wenn die Europäische Union Regelungen zur Finanzaufsicht getroffen hat. Die Finanzaufsicht soll Prospekte eingehend prüfen - Vertrieb nur noch durch qualifizierte Mitarbeiter.

Bankenabgabe

Nur für die Rettung der Hypo Real Estate musste der Staat, also wir Steuerzahler, über 100 Milliarden Euro hinblättern.

Die Finanzminister der 20 einflussreichsten Industrie- und Schwellenländer (G20) haben sich bei ihrem Treffen im Juni 2010 nicht auf eine weltweite Bankenabgabe geeinigt. Sie forderten lediglich einen "fairen und substantiellen Beitrag" im Falle einer neuen Finanzkrise. .

In den USA wurde eine Bankenabgabe abgelehnt.

Bei einem Gipfeltreffen am 17.06.10 haben haben sich die EU-Staatschefs geeinigt notfalls im EU-Alleingang eine Bankenabgabe, die ein einen Fonds eingezahlt werden, einführen.

In Deutschland ist der Gesetzentwurf zur Bankenabgabe noch nicht verabschiedet. Und wenn es dann so weit ist: Irgenwie werden die Banken sich das Geld für eine Abgabe vom Kunden zurückholen.

Bonuszahlungen

Das EU-Parlament hat am 07.07.10 die Bonuszahlungen für Mitarbeiter der Finanzindustrie begrenzt. Künftig dürfen nur 30 Prozent der Bonuszahlungen sofort in Bargeld ausgezahlt werden, bei besonders hohen Zahlungen nur 20 Prozent. Die restliche Summe kann drei bis fünf Jahre zurückgehalten oder in Form von Aktienoptionen zugeteilt werden,

Der Bundestag hat am 17.06.10 beschlossen: Bonuszahlungen für Manager können in Zukunft untersagt werden, wenn ein Institut in finanziellen Schwierigkeiten ist. Allerdings können sie nachgezahlt werden, wenn es dem Unternehmen wieder besser geht, dies aber nur, wenn keine staatliche Unterstützung.in Anspruch genommen wurde.