gegen Trickdiebe und Trickbetrüger

Enkel mit Sprechblase:Omi hilf mirIch brauche dringend Geld

Geben Sie unbekannten Personen nie Bargeld. Händigen Sie den Verwandten Geld nur persönlich aus!

Vor allem Frauen sind betroffen

Dem LKA Hessen wurden: von Februar 2008 bis August 2009 145 Fälle bekannt,  dabei entstand Schaden von insgesamt 254.000 Euro.

Im Land Brandenburg wurden laut Polizeipresse Brandenburg v.01.10.09 dem LKA für das Jahr 2008 129 Fälle des Enkeltricks bekannt, davon 19 Straftaten vollendet, wobei ein finanzieller Schaden von ca. 83.000 Euro registriert wurde. Für das Jahr 2009 (Stand Ende September) sind bisher 96 Fälle bekannt geworden, davon 23 vollendet. Der Schaden beläuft sich bisher auf ca. 68.000 Euro.

Täter suchen im Telefonbuch oder einer Telefonauskunfts-CD nach älteren Vornamen z.B. Hildegard, Adolph, aus dem Telefonbuch können sie die Anschrift erfahren. Aus der Anschrift erfahren die Täter, ob die Personen in sozial schwachen oder in sozial stärkeren Bereichen wohnen. Sie versuchen in den Straßen ältere Menschen anhand der Balkonbepflanzung oder der Gardinen zu finden.

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Hier sind Angehörige gefragt

Angehörige und Nachbarn von älteren Menschen sollten mit den Senioren über diese fiese Masche der Straftäter sprechen und Verhaltenshinweise geben. Wenn jemand den Verdacht einer Straftat hat, kann er selbstverständlich auch über den Notruf 110 schnelle polizeiliche Hilfe erhalten. Nutzen Sie die Angebote der Polizei.

Besprechen Sie familieninterne Sicherungsmaßnahmen, z.B. telefonische Rückrufe, Kontaktaufnahme mit Nachbarn, der Bank oder Polizei.

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Helfen Sie Migranten-Nachbarn

In letzter Zeit sind vermehrt gutgläubige Spätaussiedler aus Russland, Polen und anderen ehemaligen Ostblockstaaten Opfer. Anrufer und Geldabholer sprechen die Opfer in ihrer Muttersprache an.

Am Telefon meldet sich ein Freund oder ein angeblicher Polizist. Meist ist der im Ausland wohnende Sohn in Schwierigkeiten, z.B. wegen eines selbst verschuldeten schweren Unfalls. Tausende von Euros werden benötigt, damit der Sohn nicht in Gefängnis muss.

Die Polizei berichtete: Als Rückrufnummer geben die Täter meistens eine litauische Pre-Paid-Nummer an. In einigen Fällen wurde auch eine litauische Festnetznummer genannt. Dort meldet sich dann jeweils ein angeblicher Polizeibeamter, der den Sachverhalt bestätigt. Dieser prophezeit bei Nichtzahlung eine erhebliche Haftstrafe für das Familienmitglied. Zum Teil wurde den Opfern auch suggeriert, dass die betroffenen Familienmitglieder selbst am Telefon sind und dringend Hilfe einforderten. Während der Telefonate wurde geschickt erfragt, wie viel Bargeld auf die Eile beschafft werden könne.

Die Polizei rät:

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So gehen die Täter und Täterinnen vor

Der Täter beginnt den Anruf mit: ";Rate mal, wer am Telefon ist?" Wenn Sie daraufhin einige Namen raten, bestätigt der Täter: "Ja, das bin ich". Wenn der Klang der Stimme nicht zum Enkel passt wird die Nutzung von Autotelefonen oder eine Erkältung vorgeschoben. Auf diesen Trick fallen immer wieder ältere Menschen herein und haben schon Tausende an den vermeintlichen Enkel gezahlt.

Mit weinerlicher und tränenerstickter Stimme schildert der angebliche Enkel/Neffe, Kriegskamerad oder ehemaliger Arbeitskollege seine Notlage.

Entweder braucht er noch heute Geld ins Ausland, das ihm die Omi sofort schicken soll, oder er braucht Geld für einen Autokauf oder für den Wohnungskauf. Oft bittet der Täter noch: "Bitte nichts Papa, Mama usw. erzählen". Oft versprechen die "Enkel", die Oma nun wieder öfter zu besuchen, was die Hilfsbereitschaft der Opfer erhöht.

Raffinierte Enkeltrick-Betrüger geben ihren Opfern Anweisungen für die Bank

Haben die Opfer nicht genug Bargeld im Haus, werden sie zur Bank geschickt. Bankangestellte könnten wegen der außergewöhnlich hohen Bargeldabhebung Verdacht schöpfen und die Polizei informieren. Um unliebsamen Fragen der Bankmitarbeiter vorzubeugen, wird den Angerufenen geraten, keine Auskunft über den Verwendungszweck der Geldes zu geben.

Neu ist auch die Masche, sich nicht mehr sofort große Geldbeträge, sondern mehrere kleinere Beträge auszahlen zu lassen.

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Krankenhaus-Variante des Enkeltricks

Nach einem Krankenhausaufenthalt erhalten der ehemalige Patient oder die Angehörigen ggf, nach vorheriger telefonischer Ankündigung, Besuch eins angeblichen Mitarbeiters der Krankenhausverwaltung Der will sich um den Schriftkram wie Zuzahlung und Rechnungen kümmern. Dabei kassiert er Geld, um die Formalitäten zu erledigen.

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Weltweite Enkeltrick-Banden

Es sind beileibe nicht nur Einzeltäter, die Senioren mit dem Enkeltrick betrügen.

Im Raum Stuttgart wurde im Oktober 2008 eine Bande von Enkeltrick-Betrügern, die im 120.000 Euro erbeutet haben, von der Polizei zerschlagen. Die 24 und 30 Jahre alten Chefs, Angehörige einer ethnischen Minderheit, wurden festgenommen.

Ermittlungen ergaben, dass die Täter Mitglieder eines großen Familienclans osteuropäischer Abstammung sind. Die Chefs wurden im Raum Frankfurt-Offenbach ausfindig gemacht. Es handelt sich 24-Jährigen mit schwedischem Pass sowie um einen 30-Jährigen mit US-Staatsbürgerschaft. Sie hatten von Hessen, Schweden und Polen aus die Opfer angerufen und die Geldabholertrupps dirigiert.

Quelle: Stuttgarter Nachrichten v. 21.11.08


Wie der Kölner Stadtanzeiger am 02.06.09 berichtete, ist der Polizei im Mai 2009 mit der Festnahme einer Betrügerin ein empfindlicher Schlag gegen die weltweit operierende Enkeltrick-Bande gelungen. 44 vollendete Taten mit einer Gesamtbeute von mehr als 300 000 Euro sowie hunderte erfolglose Versuche warf die Staatsanwaltschaft ihr vor.

Erheblichen Anteil an der Festnahme der Betrügerin hatte der Kölner Kommissar Joachim Ludwig. Er gilt bundesweit als Experte bei der Aufklärung der „Enkeltaten“. Überführt hat er die Betrügerin durch Auswertung von Handydaten und Telefonüberwachung.

Die Anruferin soll vorwiegend aus Belgien und den Niederlanden bei älteren Menschen in Deutschland angerufen und sich als ihre Enkelin ausgegeben haben. Sie brauche Geld für ein Auto, log sie ihren Opfern vor. Ein Freund werde gleich vorbei kommen und das Geld abholen.

In ihrem Hotelzimmer soll sie sich vormittags in ein Chat-Programm im Internet eingeloggt haben. Auf diesem Weg soll sie mit ihren Komplizen in Deutschland Handynummern ausgetauscht und ihnen mitgeteilt haben, in welchen Städten sie an diesem Tag ihre Opfer anrufen würde. Während sich die Mittäter dorthin begaben, soll die 37-Jährige bei älteren Menschen in der Region angerufen und sie um Geld gebeten haben. „Fiel ein Opfer auf den Trick herein, hat sie sofort ihre Komplizen per Handy informiert“, schilderte ein Ermittler. Mithilfe von Luftaufnahmen am Computer soll M. ihre „Abholerteams“ dann zu der exakten Adresse gelotst haben.

Die Betrügerin wurde im Oktober 2009  zu 6 Jahren Haft verurteilt. Weiter Einzelheiten dazu lesen Sie im Kölner Stadtanzeiger.

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Zeitdruck

Manchmal hat der angebliche "Verwandte" angeblich einen Autounfall und braucht dringend Geld für den Unfallgegner, damit die Polizei nicht eingeschaltet wird. Oder es wird Geld für eine dringende Operation benötigt. Hier wird ganz gezielt mit dem Überraschungseffekt gearbeitet. Das Opfer soll nicht zum Nachdenken kommen.

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Der Enkel wird das Geld nie persönlich abholen

Es wird ein Bote, der das Geld abholen soll, angekündigt, weil der Enkel, Neffe selbst nicht kommen kann. Mal wird ein "Rechtsanwalt", ein "Kollege" oder ein "Freund" vorbei geschickt. Auf jeden Fall muss ganz schnell Geld von der Bank geholt werden, falls es zu Hause nicht vorrätig ist. Der Geldabholer fährt die Oma auch schon mal selbst zur Bank.

Es gibt pfiffige Bankangestellte, die angesichts der hohen Barabhebung nachfragen und die Polizei vertändigen und so das Ersparte retten. Das wissen auch die Betrüger und schärfen dem Opfer ein, ja nichts bei der Bank zu erzählen.

Die Täter nutzen die Aufregung und Hilfsbereitschaft brutal aus. Und sie werden immer erfinderischer. Wenn das Opfer bei der Geldübergabe zögert, ruft der Bote mit seinem Handy den vermeintlichen Enkel an. Dann reicht er dem Opfer das Handy und der "Enkel" bestätigt noch einmal die Richtigkeit des Geschäfts.

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Neue Variante mit Kripotrick

Wie das Landeskriminalamt Hessen mitteilt, gibt es eine neue Variante des Enkeltricks: Haben die Betrüger mit dem ersten Anruf keinen Erfolg, folgt ein zweiter Anruf. Sie erklären dem Opfer, dass man bei den Tätern seitens der Polizei die Telefone abhören würde und den Versuch mitgehört habe, Geld bei dem Opfer zu ergaunern. Man bräuchte nun die Mithilfe des Opfers, um die Betrüger auf frischer Tat erwischen zu können.

Dem Opfer wird erklärt, dass gleich Kriminalbeamte kommen würden und sie gemeinsam zur Bank fahren würden. Dort solle das Opfer das Geld vom Konto abheben und den Kriminalbeamten übergeben. Das Geld würden die Kriminalbeamten dann anschließend bei einem Scheingeschäft den Tätern übergeben und sie bei dieser Gelegenheit der Tat überführen und festnehmen. Nach erfolgter Festnahme bekäme das Opfer das Geld von der Polizei zurück. In Wirklichkeit sieht das Opfer das Geld nie wieder.

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Mitglied des Rotary-Clubs in Not

Nicht nur der vermeintliche Enkel oder anderer Verwandte braucht dringend Geld. Der Polizei sind Fälle bekannt, in denen ein vermeintliches Clubmitglied oder ein Angehöriger vermeintlicher Clubmitglieder (auch von anderen Clubs) auf diese Weise Geld erbeutet hat, was nie zurück gezahlt wurde. 

Mal wurde angeblich Bargeld gestohlen, mal das Zugticket. Die Gründe für den vermeintlichen Notfall sind auch hier vielfältig.