gegen Trickdiebe und Trickbetrüger

Vorsicht beim Mieten einer Eigentumswohnung

Wer ist tatsächlicher Wohnungseigentümer?

Was sollte der Mieter einer Eigentumswohnung prüfen? Die Wohnung wird den Interessenten gezeigt, aber wem gehört die Wohnung tatsächlich? Wer der wirḱliche Eigentümer ist, kann man kostenlos beim Amtsgericht erfahren. Auch Notare erteilen bei berechtigtem Interesse Auskunft, denn die können in der Regel Online auf das Grundbuch zugreifen. Notar verlangt aber Gebühren.

Wird dann der Mietvertrag abgeschlossen, kommt der private Vermieter gern in die Wohnung des zukünftigen Mieters, um sich ein Bild von ihm zu machen. Lassen Sie sich auf jeden Fall den Personalausweis des angeblichen Eigentümers vorlegen, nur so können Sie sicher sein, dass Sie wirklich mit dem tatsächlichen Eigentümer verhandeln.

Eigenbedarfskündigung

In Absprache mit dem Vermieter, kann im Mietvertrag auch eine Ausschlussklausel für die Eigenbedarfs-Kündigung aufgenommen werden.

Darf Vermieter Wohnungs-/Briefkastebschlüssel behalten?

Der Vermieter besteht darauf, einen Zweitschlüssel für Notfälle einzubehalten? Der Vermieter hat keinen Anspruch auf einen Zweitschlüssel. Wenn Sie nur mit dieser Einverständniserklärung den Mietververtrag bekommen, unterschreiben Sie das ruhig. Anschließend bauen Sie sich einen neuen Schließzylinder ein und verständigen Sie den Vermieter, bei welcher Vertrauensperson sich ein Schlüssel für Notfälle befindet. Die Vertrauensperson sollte den Schlüssel wenn möglich nicht aus der Hand geben und bei einem Notfall selbst vor Ort sein. Ein Nachschlüssel ist schnell gemacht (gegen Geld womöglich sogar bei Schlüsseln mit Sicherheitskarte.) Im Internet gibt es sogar Angebote, die nur anhand eines Fotos Schlüssel nachmachen.

Der Vermieter behält einen Briefkastenschlüssel: Sie können sich ein neues Briefkastenschloss einbauen, beim Auszug muss das alte Schloss wieder eingebaut werden.

Anlage Mietkaution

Es gibt Eigentümer, die legen Ihre Mietkaution nicht von ihrem Vermögen getrennt an, sondern auf ihren eigenen Namen. Nehmen Sie das nicht hin. Bei einer Insolvenz oder Kontopfändung gegen den Vermieter ist Ihr Geld weg. Weitere Informationen finden Sie bei Deutscher Mieterbund

Betriebskosten

Der Mieter hat das Recht die der Abrechnung zugrunde liegenden Unterlagen, Verträge, Rechnungen usw. einzusehen.
Prüfen Sie, welche Betriebskosten Sie laut Mietvertrag zahlen müssen. Z.B. werden neben der Miete für einen PkW-Stellplatz noch Betriebskosten für einen Stellplatz in der Tiefgarage abgerechnet, obwohl diese laut Mietvertrag nicht zu zahlen wären .

Polizei warnt vor Betrug mit Eigentumswohnungen

In den vergangenen Tagen gingen vermehrt Anzeigen gegen Wohnungsbetrüger beim zuständigen Kommissariat K 4 der Mainzer Kriminalpolizei ein.

In den bekannten Immobilienforen werden derzeit Wohnungen zu einem supergünstigen Schnäppchenpreis angeboten. Beispielsweise wurde eine 3-Zimmer-Küche-Bad-Wohnung, 81 qm, mitten in Frankfurt, für einen Preis von 125.000 Euro angeboten. Zunächst sollten sich Interessenten mit ihrem eingescannten Personalausweis legitimieren. Anschließend wurden Anzahlungen im vierstelligen Bereich gefordert, die an eine ausländische Online-Bank transferiert werden sollen.

Allein in dieser Woche erstatteten insgesamt fünf Interessenten Anzeige bei der Mainzer Kripo, da ihnen das Vorgehen der Verkäufer dubios erschien. In allen Fällen waren die Anzeigen auf einer Immobilienplattform professionell gestaltet und mit zahlreichen, sehr ansprechenden Fotos der Wohnungen ausgestattet. Die Preise der angebotenen Immobilie waren unrealistisch niedrig und entsprachen nicht denen vergleichbarer Wohnungen. Der günstige Preis wurde bei Rückfragen per E-Mail mit Zwangslagen (Unfall, Krankheit, Scheidung etc.) begründet. Sobald sich Interessenten meldeten, erhielten sie eine E-Mail der angeblichen Verkäuferin. Eine beauftragte Agentur würde sich um die Abwicklung kümmern, da die Verkäuferin selbst nicht in der Lage ist nach Deutschland zu reisen (aus unterschiedlichen Gründen). Die Verkäuferin oder eine Mitarbeiterin der Agentur sandte im Anhang eine ID-Karte mit Foto von sich, um Vertrauen aufzubauen. Die E-Mails waren überwiegend in englischer Sprache verfasst.

Die meisten Wohnungsinteressenten sind nicht darauf eingegangen und haben sich bei der Polizei gemeldet In einem Fall wurde eine Anzeige wegen Betrugs erstattet, weil der Kaufinteressent nachdem er seinen BPA eingescannt hatte, von der angeblich beauftragten Agentur kontaktiert wurde. Da weiterhin Interesse am Kauf bestand, wurde für die Reservierung der Immobilie eine Gebühr erhoben (3.750, Euro). Diese wurde durch den Anzeiger an eine ausländische Bank gezahlt. Der Anzeiger hat mittlerweile durch eigene Recherchen im Internet festgestellt, dass er vermutlich betrogen wurde und erstattete jetzt Anzeige bei der Polizei. Versuche, das Geld zurück zu überweisen, sind allerdings gescheitert.

Hinweise der Polizei:

Quelle: Polizeipresse Mainz, news aktuell v. 25.09.15

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