gegen Trickdiebe und Trickbetrüger

Alte Bausparverträge werden gekündigt

OLG Celle bestätigt seine Rechtsprechung zur Kündigung von Bausparverträgen

Der 3. Zivilsenat des OLG Celle sich am 14.09.16 in insgesamt acht Urteilen (3 U 207/15; 3 U 230/15; 3 U 37/16; 3 U 38/16; 3 U 86/16; 3 U 136/16; 3 U 154/16 und 3 U 166/16) mit der Rechtmäßigkeit der Kündigung von Bausparverträgen befasst Er bleibt bei seiner Rechtsprechung, nach der eine Bauparkasse kündigen darf, wenn der Bausparer 10 Jahre nach Zuteilungsreife der Verträge noch kein Darlehen in Anspruch genommen hat.

Im Gegensatz dazu steht die zweite Fallkonstellation, in der der Senat die Kündigungen der Bausparkasse für unberechtigt erklärt hat. In diesem Fällen hatte die Bausparkasse unter Berufung auf § 488 Abs. 3 BGB die Kündigung erklärt, weil die Bausparsumme unter Einberechnung von Bonuszinsen nach ihrer Ansicht erreicht sei. Dieser Auffassung ist der Senat nicht gefolgt. Entscheidend für das Entstehen der Bonuszinsen sei eine Erklärung des Bausparers (Verzicht oder Kündigung). Seine Erklärung könne nicht durch die Bausparkasse ersetzt werden.

Der Senat hat in allen Fällen die Revision gegen seine Urteile zugelassen. Beim OLG Celle sind derzeit ca. 130 weitere Fälle anhängig, in denen sich Bausparer gegen die Kündigung ihrer Verträge wenden, die überwiegend die erste Fallkonstellation betreffen.


§ 488 BGB Vertragstypische Pflichten beim Darlehensvertrag
Ist für die Rückzahlung des Darlehens eine Zeit nicht bestimmt, so hängt die Fälligkeit davon ab, dass der Darlehensgeber oder der Darlehensnehmer kündigt. Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate. Sind Zinsen nicht geschuldet, so ist der Darlehensnehmer auch ohne Kündigung zur Rückzahlung berechtigt.


§ 489 BGB Ordentliches Kündigungsrecht des Darlehensnehmers
(1) Der Darlehensnehmer kann einen Darlehensvertrag mit gebundenem Sollzinssatz ganz oder teilweise kündigen, (...)
2. in jedem Fall nach Ablauf von zehn Jahren nach dem vollständigen Empfang unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von sechs Monaten; wird nach dem Empfang des Darlehens eine neue Vereinbarung über die Zeit der Rückzahlung oder den Sollzinssatz getroffen, so tritt der Zeitpunkt dieser Vereinbarung an die Stelle des Zeitpunkts des Empfangs.

Quelle: Pressemitteilung des OLG Celle vom 14.09.16

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Petition gegen Kündigungen

Der Petitionsausschuss des Bundestages will eine gesetzliche Regelung im Streit um gekündigte hochverzinste Bausparverträge. Bisher gibt es im Streit um gekündigte hochverzinste Bausparverträge keine einheitliche Rechtsprechung. Mit der Petition soll geklärt werden, unter welchen Umständen ein Bausparvertrag durch die Bausparkassen gekündigt werden kann. In der Sitzung am 07.09.16 beschlossen die Abgeordneten einstimmig, eine dahingehende Petition dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz als Material zu überweisen und den Fraktionen des Bundestags zur Kenntnis zu geben.Seit Anfang 2014 wurden über 200.000 Kunden die sogenannten "Altverträge" gekündigt.

Quelle: www.n-tv.de v. 07.09.16

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Zinsturbo- Lukratives Anbebot?

Eine Bausparkasse lockt mit Zinsen bis zu fünf Prozent, wenn der Vertrag aufgelöst und das Guthaben binnen zwei Jahren in Monatsraten ausgezahlt wird. Die Aktion ist befristet bis Ende Juli 2016.

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat das Angebot durchgerechnet: "Der Zinsturbo ist nicht zu empfehlen." Durch die regelmäßige monatliche Entnahme wird das zur Verzinsung herangezogene Kapital immer geringer. "Der Zinsturbo verdreht sich ins Gegenteil." Der Turbo gehe für die Kunden der Bausparkasse nach hinten los. enn er sein Guthaben liegen lässt und weiter zu den garantierten Zinssätzen für sich arbeiten lässt, fließen höhere Beträge in Form von Zinsen, als wenn der Zinsturbo – wie von der Bausparkasse beworben – für zwei, drei, vier oder fünf Jahre angeworfen wird. Verbraucherschützer gehen davon aus, dass sich die Bausparkasse mit dem Angebot von der Verpflichtung befreien will, in der Zukunft hohe Zinszahlungen an ihre treuen Kunden auszuschütten.

Quelle: Newsletter Verbraucherzentrale Bundesverband v. 23.05.16

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Berater der Postbank Finanzberatungs AG von Verbraucherzentrale abgemahnt

Ein Berater der Postbank Finanzberatungs AG hatte eine Kundin bezüglich ihres Bausparvertrages angeschrieben und unbegründeter Weise behauptet, ihr Bonus-Anspruch von rund 11.000 Euro sei in großer Gefahr. Die Verbraucherzentrale mahnte diese irreführende Behauptung erfolgreich ab.

"IHR BONUS Anspruch ist in großer Gefahr! Ich kläre Sie über die aktuelle Situation und die ALTERNATIVEN auf. Bitte vereinbaren Sie einen kurzen, persönlichen Gesprächstermin mit mir. Handeln Sie lieber JETZT!" (Hervorhebung gemäß vorliegender Mitteilung). Ein als gebundener Versicherungsvertreter zugelassener Finanzberater wandte sich mit dieser scheinbar dringenden Warnung und Aufforderung an eine Kundin. Allerdings ohne erkennbaren Grund, denn im vorliegenden Fall war ein Bonus-Anspruch vertraglich vereinbart. Die Drohung, dieser Anspruch sei in Gefahr, war somit irreführend.

Die Kündigungswelle scheint manchen Bausparkassen nach Beobachtungen der Verbraucherzentrale noch nicht zu reichen. Sie oder ihre Berater versuchen zusätzlich, mit Alternativangeboten und leeren Drohungen Kunden aus für sie lukrativen Altverträgen zu drängen. Die Verbraucherzentrale hat den Berater aufgrund seiner irreführenden Behauptung abgemahnt. Dieser hat eine Unterlassungserklärung abgegeben und sich verpflichtet, Mitteilungen an seine Kunden mit diesem Inhalt künftig zu unterlassen, wenn der Bonus erkennbar nicht in Gefahr ist.

Die Verbraucherzentrale ruft Betroffene dazu auf, wachsam zu sein, wenn Finanzberater drohen, dass der Bonus in Gefahr sei oder, wenn Verbraucher ganz dringend einen Beratungstermin zu einem bestehenden Vertrag vereinbaren sollen. Behauptete Kündigungsrechte der Bausparkasse sollten sie kritisch zu prüfen Geht es den Bausparkassen darum, Kunden aus alten gut verzinsten Verträgen herauszudrängen, wird die Verbraucherzentrale das prüfen und gegebenenfalls rechtliche Schritte einleiten.

Quelle: Verbraucherzentrale Baden-Württemberg v. 11.05.16

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OLG Stuttgart: Wüstenrot hat kein Recht, den Vertrag zu kündigen

Die Kündigung eines mit drei Prozent verzinsten Vertrags von 1978 durch die Bausparkasse Wüstenrot ist illegal, so entschied das OLG Stuttgart (Az: 9 U 171/15).

Wüstenrot, Deutschlands zweitgrößte Bausparkasse, hatte gekündigt, weil die Kundin ihr angespartes Geld seit 22 Jahren auf dem Konto liegen ließ und drei Prozent Zinsen kassierte, statt das Darlehen abzurufen.

Die Klägerin hatte 1978 einen Bausparvertrag mit einer Bausparsumme von 40.000 DM (20.451,68 €) abgeschlossen. Für die Laufzeit erhielt sie für von ihr eingezahlte Raten ei-nen Guthabenzinssatz von 3 % p. a. bei einem Bauspardarlehenszinssatz von 5 % p. a. Der Vertrag wurde 1993 zuteilungsreif. Nach Zuteilungsreife stellte die Bausparerin die regelmäßige Zahlung der Sparraten ein, ohne ein Bauspardarlehen in Anspruch zu neh-men. Im Januar 2015, also knapp 22 Jahre nach Eintritt der Zuteilungsreife, kündigte die Bausparkasse den Bausparvertrag. Das Bausparguthaben belief sich zu diesem Zeitpunkt auf ca. 15.000 €; die Bausparsumme war also nicht vollständig angespart.

Nach den Allgemeinen Bausparbedingungen (§ 5 Abs. 1 ABB) sei der Bausparer verpflichtet, Regelsparbeiträge bis zur erstmaligen Auszahlung der Bausparsumme zu zahlen. Vor Ende dieser Pflicht habe die Bausparkasse das als Darlehen anzusehende Guthaben nicht vollständig empfangen. Der Zeitpunkt der Zuteilungsreife spiele nach den Vertragsbedingungen keine Rolle. zum Urteil, Pressemitteilung OLG Stuttgart

Wüstenrot will gegen das Urteil Revision beim Bundesgerichtshof einlegen.

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BHW: Verrechnungsschecks nicht einlösen

Mit der Einlösung verzichten die Bausparer auf die Möglichkeit, ihr Geld weiterhin zu guten Konditionen anzulegen. Mit dem Versand der Schecks will die Postbank-Tochter die Auflösung der Verträge nun erzwingen.

Was tun?
Schreiben Sie Ihrer Bausparkasse, dass Sie den Scheck nicht akzeptieren und nicht einlösen werden! Scheck nicht zurücksenden, er kann von jedermann eingelöst werden. Legen Sie Widerspruch bei Ihrer Bausparkasse gegen die Kündigung des Bausparvertrages ein. Lassen Sie bei der Verbraucherzentrale prüfen, ob die Kündigung in Ihrem Fall gerechtfertigt ist! Eine eindeutige Rechtsprechung gibt es derzeit noch nicht. Schalten Sie einen Anwalt ein und lassen Sie ihn eine Klage gegen Ihre Bausparkasse prüfen!

Musterbrief der Verbraucherzentrale - Widerspruch gegen Kündigung des Bausparvertrags

Quelle: Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern v. 02.07.15

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Finanzaufsicht Bafin drängt zur Kündigung von Altverträgen

Auch die Finanzaufsicht Bafin sähe die hochverzinsten Altverträge gern gekündigt. Sie setzt sich deshalb im Finanzminsterium für eine Änderung des Bausparkassengesetzes ein, damit hochverzinste Altverträge leichter gekündigt werden können. Warum diese Schützenhilfe für die Bausparkassen? Das Bafin befürchtet in Anbetracht der hohen Verzinsung finanzielle Engpässe bei den Bausparkassen. Ob das Finanzmisterium dem Anliegen nachkommt? Abwarten.

Quelle: www.faz.net v. 06.12.14

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Ist die Kündigung der Bausparverträge rechtmäßig?

Oberlandesgericht Hamm: Bausparkasse kann Bausparvertrag zur Zinsersparnis kündigen

Eine Bausparkasse kann einen Bausparvertrag mit einem festen Zinssatz, der seit 10 Jahren zuteilungsreif ist, vom Bausparer aber weiter bespart wird, gemäß § 489 Abs. 1 Nr. 2 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) kündigen und so der Verpflichtung zur Zahlung der im Bausparvertrag vereinbarten Zinsen entgehen. Das hat das OLG Hamm mit Beschluss des 31. Zivilsenats vom 30.12.2015 ( Az.: 31 U 191/15) entschieden und damit das erstinstanzliche Urteil des Landgerichts Münster bestätigt.

Bis zu vier Prozent Zinsen bekommen Sparer für ihr Guthaben. Das passt den Bausparkassen gar nicht und sie versuchen, die Sparer aus ihren Altverträgen zu drängen. Da versuchen Vertreter die Kunden zu neuen, angeblich günstigeren Verträgen zu überreden. Von niedrigeren Zinsen, Abschlussgebühren oder Wegfall von Bonuszahlungen ist dann nicht die Rede. Oder der Vertrag wird einfach als zuteilungsreif erklärt. Eine Fortführung zu alten Bedingungen wird natürlich nicht angeboten.

Ist der Bausparvertrag bis zur Baussparsumme angespart oder sogar überspart, haben Gerichte die Rechtmäßigkeit einer solchen Kündigung bereits 2009 und 2010 (u.a. LG Hannover, OLG Celle) bestätigt. Man kann sich noch beschweren bei der Schlichtungsstelle der Landesbaussparkassen bzw. bei den Ombudsleuten der Privaten Bausparkassen.

LBS-Bausparer erreichen die Beschwerdestelle schriftlich unter Schlichtungsstelle der Landesbausparkassen, Postfach 74 48, 48040 Münster.
Die Ombudsleute der Privaten Bausparkassen sind dagegen unter Verband der Privaten Bausparkassen, Postfach 303079, 10730 Berlin, zu erreichen.

Ist der Bausparvertrag noch nicht vollbespart und Sie erhalten die Kündigung, können Sie sich zunächst an die Schlichtungsstelle wenden, wenn das nichts hilft, bleibt immer noch das gerichtliche Verfahren. Endgültige Klärung wird erst ein Urteil des BGH bringen. Lassen Sie sich bei Ihrer Verbraucherzentrale beraten.

Quelle:Verbraucherzentrale Niedersachsen v. 25.09.13

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat einen Musterbrief "Widerspruch gegen Ihre Kündigung" zur Verfügung gestellt.

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Kunde wehrt sich erfolgreich gegen Bausparkündigung-Kündigung

Ein Leser der Pfiffigen Senioren hatte von einer öffentlichen Bausparkasse hinsichtlich seiner übersparten Altverträge im Juli 2013 zunächst die Ankündigung der Vertragskündigung erhalten und daraufhin eine Erhöhung der Bausparsummen bei der Bausparkasse geltend gemacht um die Übersparung zu beseitigen und den Vertragszweck - Darlehensanspruch - wieder herzustellen. Die Bausparkasse hatte dies abgelehnt und die Verträge wie angekündigt dann im September mit dreimonatiger Frist gekündigt.

Nunmehr liegt der Schlichterspruch des Ombudsmannes der öffentlichen Banken vor. Der Ombudsmann stellt darin fest,
- dass die Kündigung der Bausparkasse nicht wirksam sei und,
- die Bausparkasse verpflichtet sei, die Bausparverträge zu erhöhen.

Die Bausparkasse hat den Schiedsspruch angenommen. Einer Veröffentlichung des Schiedsspruches auf dieser Seite hat die Bausparkasse widersprochen.

Quelle:Ein Leser der Pfiffigen Senioren v. 19.01.14

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2014: LBS West, Nord und Bayern kündigen Bausparverträge

Die Bausparkasse LBS West hat in NRW 12.000 gut verzinste Bausparverträge aus alten Zeiten gekündigt. Für die Verträge hätten die Kunden noch Spargutzinsen von bis zu 3,5 Prozent erhalten. Es betrifft Bausparer, die bislang gar kein Darlehen abgerufen haben. Die NRW- Verbraucherzentrale rät, sich zu wehren (Quelle: www.wdr.de v.20 11.14)

LBS Bayern kündigt 26.00 hochverzinsliche Alt -Bausparverträge zum Mai 2015. Diese Kunden hatten die Bausparsumme angespart, die Mittel aber nicht abgerufen. Bayrischer Rundfunk (www.br.de) v. 17.11.14.

Die LBS-Bausparkassen im Norden wollen tausende alter Bausparverträge kündigen. "Wir haben am 7. November rund 12.000 Kunden angeschrieben", sagte eine Sprecherin der Norddeutschen Landesbausparkasse Berlin-Hannover (LBS Nord) in Hannover. "Die betroffenen Verträge sind seit zehn Jahren zuteilungsreif und wurden nicht in Anspruch genommen." Den Kunden werde ein Wechsel in die aktuellen Tarife angeboten. (Quelle: www. n-tv.de v. 13.12.14

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LBS Norddeutsche Landesbausparkasse Berlin–Hannover kündigt Bausparverträge

Mit Schreiben vom 08.01.2015 haben tausende Bausparer der LBS Norddeutsche Landesbausparkasse Berlin - Hannover die Kündigung des Bausparkontos zum 31.07.2015 erhalten. Sie richtet sich an diejenigen, deren Verträge bereits seit mehr als zehn Jahre zuteilungsreif sind, bei denen das Darlehen aber noch nicht in Anspruch genommen worden ist. Die LBS Nord beruft sich dabei auf ein gesetzliches Kündigungsrecht nach Paragraf 489 Abs. 1 Nr. 2 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB). Demnach könnten Darlehnsverträge nach zehn Jahren gekündigt werden.

Solange die volle Bausparsumme nicht angespart worden ist und ein Bauspardarlehen noch in Anspruch genommen werden kann, sollten Sie sich immer gegen die Kündigung wehren. Denn bisher ist rechtlich umstritten, ob die von den Bausparkassen zitierte Vorschrift überhaupt auf Bausparverträge anwendbar ist. Auch ein Hinweis auf dieses Kündigungsrecht fehlt in den Bausparbedingungen. Noch gibt es keine höchstrichterliche Rechtsprechung und niemand sollte sich allein durch das Benennen von Aktenzeichen - zu (meist) nicht einmal veröffentlichten landgerichtlichen Urteilen - beeindrucken lassen.

Die Verbraucherzentrale rät:

  • Legen Sie gegen die Kündigung schriftlich Widerspruch ein. (Eine bestimmte Frist ist hierbei nicht einzuhalten. Zu empfehlen ist aber eine Reaktion innerhalb der vo n der Bausparkasse gesetzten Kündigungsfrist von sechs Monaten.)
  • Wird die Kündigung nicht zurückgenommen – wovon leider in den meisten Fällen ausgegangen werden muss – könnten Sie die kostenfreie außergerichtliche Streitschlichtung bei dem jeweils zuständigen Ombudsmann nutzen.
  • Alternativ bzw. bei einem negativen Schlichtungsvorschlag bleibt Ihnen nur die Möglichkeit, einen Rechtsanwalt zu beauftragen bzw. einer gerichtlichen Klärung. Wer rechtsschutzversichert ist, sollte diesen Weg gehen .

Vermutlich wird auch eine Beschwerde beim Ombudsmann nicht zum gewünschten Erfolg führen. Um offene Rechtsfragen zu klären, wird sich daher eine gerichtliche Auseinandersetzung meistens nicht vermeiden lassen.

Solange die Bausparkassen durch die vertraglich zugesicherten Guthabenzinsen nicht selbst in ihrer Existenz nachweislich gefährdet sind, sind Verträge einzuhalten. Die Verbraucherzentrale fordert die Bausparkassen daher auf, die eigenen Kündigungsstrategien nochmals zu überdenken.

Quelle:Verbraucherzentrale Niedersachsen v. 15.01.15

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Die Bausparkasse Wüstenrot kündigte in den vergangenen Wochen etwa 15.000 Bausparverträge mit noch hoher Guthabenverzinsung. Der Grund: Übersparung. Jetzt versucht auch die LBS Norddeutsche Landesbausparkasse Berlin–Hannover ihre Kunden durch Kündigung loszuwerden. Was im Juli 2013 angedroht wurde, wird für tausende Kunden der LBS Nord nun traurige Gewissheit. Kunden mit übersparten Bausparverträgen erhalten die Kündigung zu ihren meist schon recht alten, noch gut verzinsten Verträgen und werden frustriert vor die Tür gesetzt.

Quelle:Verbraucherzentrale Niedersachsen

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Wüstenrot kündigt alte Bausparverträge

Im Jahr 2013 hat Wüstenrot 15.000 Altverträge, bei denen die Summe von Bausparguthaben und Zinsbonus die Bausparsumme übersteigt, gekündigt

Ob Wüstenrot tatsächlich im Recht ist, bleibt fraglich, auch wenn der Konzern auf einen entsprechenden Schiedsspruch eines Ombudsmannes verweist. Nach Aussage der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg dürfte entscheidend sein, was tatsächlich in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der einzelnen Verträge steht. Ist dort geregelt, dass die Bonuszinsen dem Guthaben dazugerechnet werden, sieht es für Bausparer schlecht aus ihren Vertrag fortzuführen. Ist eine entsprechende Formulierung nicht vorhanden, dürften die Kündigungen keine Gültigkeit haben, denn die Bonuszinsen sollten dann beim Erreichen der Bausparsumme keine Berücksichtigung finden.

Betroffene Bausparer können ihre Verträge bei den Verbraucherzentralen zunächst auf Vertragsfortführung überprüfen lassen, was schon in einigen Fällen zum Erfolg führte. Darüber hinaus können sie sich auch über die Schlichtungsstelle der Bausparkassen gegen die Kündigung wehren. Bedacht werden sollte hier allerdings, dass der Ombudsmann von den Bausparkassen bezahlt und besetzt wird.

Quelle: www.ntv.de v. 13.09.13


Der Bausparanbieter Wüstenrot soll in den vergangenen fünf Jahren massenhaft hochverzinste Bausparverträge vorzeitig aufgelöst haben. Bei einer vorzeitigen Auflösung verfallen die sogenannten Bonuszinsen.

Jetzt warnt sogar die Verbraucherschutzministerin: "Ich erwarte, dass Vertragspartner fair miteinander umgehen" Die Fairness werde verletzt, wenn ein Vertragspartner das Vertrauen des anderen zu seinem eigenen Vorteil ausnutze, um Kunden zu finanziell nachteiligen Entscheidungen zu bewegen.

Quelle: www.ard.de v. 20.12.12

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Schon seit 2008 Kunden aus Altverträgen gedrängt

Im Jahr 2008 hatten Bausparkassen begonnen, Kunden aus gutverzinsten Altverträgen zu drängen. Die BHW Bausparkasse kündigte kurzerhand 7.000 Renditeverträge von Kunden, die mehr als die Bausparsumme gespart hatten (Finanztest 12/07, S. 35)..

Die Ombudsleute der privaten Bausparkassen entschieden nicht kundenfreundlich: Wenn die Bausparsumme erreicht sei, darf die Bausparkasse mit einer Frist von 3 Monaten kündigen. Ein Urteil des Land­gerichts Hannover aus dem Jahr 2009 gibt der Bausparkasse recht. Damals hatten die Richter den Raus­schmiss eines BHW-Kunden für rechtens erklärt (Az. 13 O 14/09). Die Richter begründeten ihr Urteil damit, dass der Vertrags­zweck erfüllt sei, sobald die volle Höhe der Bausparsumme angespart sei. Denn dann kann die Bausparkasse kein Darlehen mehr gewähren. Das Ober­landes­gericht Celle bestätigte die Auffassung der Hanno­veraner Richter (Az. 3 U 257/09). Weitere Informationen finden Sie bei www.test.de

Nun kündigt Wüstenrot solche Bausparverträge zum 01.01. jedes Jahres.

Die Zeitschrift www.test.de hatte 2008 über diese Kündigungspraktiken berichtet und ein Merkblatt mit Ratschlägen für betroffene Kunden herausgegeben. Merkblatt "und raus bist Du"

Sie können Ihren Bausparvertrag bei den Verbraucherzentralen überprüfen lassen.

Wie kann man solchen Instituten da noch vertrauen.?

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Hohe Abschlussgebühr der Bausparkassen rechtens

Wer einen Bausparvertrag abschließt, muss dafür hohe Gebühren bezahlen. Zu recht, wie eine Entscheidung des Bundesgerichtshofes ((Az. XI ZR 3/10)) jetzt bestätigte. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen verliert in einer Musterklage vor dem Bundesgerichtshof gegen die Bausparkassen.

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Bausparkasse muss auch übersparte Bausparverträge voll verzinsen

Eine Bausparkasse muss das Bausparguthaben auch dann verzinsen, wenn es über die vereinbarte Bausparsumme hinausgeht. Das hat das Amtsgericht Karlsruhe gegen die Deutsche Bausparkasse Badenia entschieden (Amtsgericht Karlsruhe vom 8.02.2013 Az.:12 C 222/12). Zwar könne der Bausparer nach der Übersparung kein Bauspardarlehen mehr erhalten und daher den Vertragszweck nicht mehr erreichen. Das rechtfertige aber nicht, dass sich die Bausparkasse auf Kosten des Kunden ein zinsloses Darlehen verschaffe. (Quelle: Verbraucherzentrale Bundesverband )


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02.01